Kollektivhaftung

Grundsätzlich gilt: Kollektiv haften sollte nur,  wer kollektiv schuldig wurde.

Aber dieser Grundsatz stellt völkerrechtlich vor ein gewaltiges Problem: 

Wie ist damit umzugehen, wenn ein Staat einen anderen überfällt?
Wie ist damit umzugehen, wenn in einem Staat ein AKW havariert?

Es ist völkerrechtlich anerkannt, dass Staaten einander ersatzpflichtig werden, wenn sie einander Schäden zugefügt haben.

Aber durch diesen Rechtssatz geraten auch jene Bürger in die Haftung, die gegen militärische Aggressionen oder Atomkraftwerke waren und oft sogar deswegen selbst verfolgt wurden.

Der Staat ist völkerrechtlich die Vertretung seiner Bürger.

Aber gilt dieser Rechtssatz auch in Fällen von Diktatur?

Schwierige Fragen. Vorerst ist keine Alternative in Sicht, so dass kollektiv gehaftet wird, obwohl Völker niemals kollektiv schuldig werden können, denn mindestens die Kinder können keine Schuld daran haben, was die politisch Herrschenden treiben.

Sven 20041005  ps: Wer Kollektivhaftung scheut, sollte überlegen, was er beitragen kann, um eine Politik zu vermeiden, die zu Schäden und Haftung führt.
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