Relevanz = Bedeutung i.S.v. Wichtigkeit  >> Wikipedia

Thema ERGÄNZEN

Die Äquivalenztheorie besagt, dass alle Ursachen für den Erfolg gleichwertig sind, wenn sie nicht hinweg gedacht werden können, ohne dass der Erfolg entfiele.
Die Kritik an solcher Kausalitätstheorie mahnt die Grenzen an, denn wenn jemand aus Gründen überhöhter Geschwindigkeit mit dem Auto vor den Baum fährt, dann wäre äquivalent-kausal, dass die Straßenbauer die Straße zu schmal bauten, dass jemand den Baum an ungünstiger Stelle pflanzte oder stehen ließ, dass dieser Mensch überhaupt einen Führerschein bekam, dass jemand ein solch schnelles Auto erbaute, dass die Politik all dieses zuließ, dass die Wähler solche Politik zuließ, also eine Kausalkette ohne Ende.

Die Adäquanztheorie schaut danach, welche typischen Ursachen den Erfolg herbeiführen. Sie wertet also in der Kausalität im objektiven Tatbestand - und genau das kritisieren die Äquivalenztheoretiker. Einige Adäquanztheoretiker verteidigen sich mit dem Hinweis, dass viele Ursachen deshalb keine seien, weil sie in anderen Fällen zum Erfolg nicht reichten.

Daraus gehen sodann die Relevanztheorie und andere Kausalitätstheorien hervor, so auch die Theorie von der Risikoerhöhung und der objektiven Zurechnung, die jeweils mehr oder minder das Problem in den Erwartungshorizont des Menschen schieben und dort in der ganzen Breite des möglichen Thesenspektrums von der Vorhersehbarkeit für den Täter oder eines gewöhnlichen Dritten bis hin zur Nachherbetrachtung jeweils andere Schwerpunkte setzt.

Letztlich wird es so sein, dass im einzelnen Fall mal die eine, mal die andere Kausalitätstheorie Ursache für den Erfolg der Fallgerechtigkeit ist:-), so dass bei allem Bemühen um Objektivität am Ende doch die Relevanz triumphiert, also der Mensch mit seinem um Objektivität bemühten Urteilsvermögen.

-msr-Stehgreif     mehr im Forum

>> Kausalität

>> Wahrheit und Vorurteil

Recht   Politik      Dialog-Lexikon