Mensch und Tier

 

Lieber Volkmar K..., das Tier sind die und Mensch sind wir, die Unterscheidung Mensch und Tier, so ist es nur mit Abstand oder auf dem Teller. Doch mit genauerer Beobachtung treten hinter den Unterschieden die Gemeinsamkeiten unweigerlich hervor. Darin liegt Faszination, darin liegt ein anderes und weitgreifenderes Selbstverständnis und Weltverständnis. 
Aber es setzt eben Befassung, Erleben, Verkennen und Erkennen voraus. Dafür hat nicht jeder die Muße, nicht jeder das Interesse, nicht jeder das Bedürfnis, denn es gibt immer genügend Alternativen. 

So entdeckt jeder sein Sein. Und immerzu verpassen wir auch anderes Sein, weil es sehr viel Welt gibt.

Die Vögelchen und meine Familie sind sich und uns tatsächlich "eine Familie". Wenn dann jemand stirbt, ist wenig Grund zur Freude und die Trauer angemessen den Erwartungen. 
Gescheit und psychisch gesund ist, wenn Emotionalität und Rationalität einander entsprechen: Für das Kind wünsche ich mir, dass es mich um Jahrzehnte überlebt. Stirbt das Kind oder ein Vögelchen "vor seiner Zeit", dann wird der Schmerz anhaltender sein und kann erlebte Freuden sogar überwiegen. 
Wenn meine Eltern uralt sterben oder ein Pieper, der uns viele Jahre Fröhlichkeit, Liebe oder auch Mühen bescherte, wird trotzdem noch Trauer sein. Es ist eine Frage der Nähe. 
Du bist hier nicht falsch:-), sondern hast nur mal das Glück oder Pech, mit dir etwas befremdlichen Erfahrungen konfrontiert zu werden.

LG aus Berlin

20141105

 

Mensch  Tiere

Dialog-Lexikon