Weltbürger, Weltdemokrat, Weltrepublikaner, Weltföderalist, ...

Trotz Geschichtlichkeit des Begriffs "Weltbürger" wäre es auch vertretbar, wenn sich Menschen "Weltbürger" nennen, ohne sich zur Weltrepublik zu bekennen, denn Weltbürgerlichkeit setzt nicht per se einen Weltstaat voraus und kommt vielen damit aus, sich nicht bloß als Nationalstaatsbürger, sondern auch als Bürger der Welt aufzufassen - oder wie in der Albert zitierten Weltbürgerlichkeitsumfrage in vielen Staaten, wo sich beträchtliche Bevölkerungsteile eher bloß andersortige Heimat vorstellen können. 

Überdies ist die Bürgerlichkeit unabhängig vom System, denn Bürger gibt es immerhin nicht nur in Demokratien.

Überdies darf sich (m.E.) jeder auf die Menschenrechtscharta v. 10. Dez. 1948 berufen. Kein Mensch ist rechtlos sein, auch in Fällen von Staatenlosigkeit. 

Wenn es nicht genügt, dass der eigene Staat zu den demokratischen Staaten gehört. sondern alle Staaten demokratisch sein müssten, so könnte man sich als "Weltdemokraten" bezeichnen, womit noch immer nicht gesagt ist, dass es ein Weltrepublik sein müsste. 

So wird es logisch, dass es anstelle von Weltbürger, Weltdemokrat am ehesten als "Weltrepublikaner" heißen könnte, weil sich in solcher Selbstbezeichung alles vereint. 

Nöö, denn dann geht es immerhin noch um das Wie, ob föderal oder zentralstaatlich und was sonst noch einfallen mag, also "Weltföderalist" usw., wenn es dann in die Nähe kommt, dann schleppen sich die ideologischen Programme der Parteien in die Begriffe mit.

Nun noch zum Unterschied zwischen Status und Bekenntnis. So wäre wiederum der "Weltbürger" (spätestens) im Weltstaat der allgemeine Status und die anderen Begriffe Bekenntnis. 

Markus S. Rabanus 2017-04-27

ps: Es war ganz lustig, als Frau Merkel vor wenigen Tagen auf dem Frauengipfel in Berlin auf die Frage hin, ob sie Feministin sei, arg verunsichert meinte: "Ich möchte mich nicht mit einem Titel schmücken, den ich nicht habe."
Na ja, sie hat eben noch nicht über alles nachgedacht, sonst wäre ihr bewusst, dass Feminist weniger Titel und Status ist, sondern Bekenntnis. - Weltbank-Präsidentin Christine musste lachen, ich auch, aber nicht schlimm, denn ich hatte schon den Eindruck, dass Merkel lernte, dass es zumindest weltweit besehen schon noch einiges an Feminismus gut tun kann. 
Ein bisschen öfter mit Lagarde - und vielleicht wird auch sie noch bekennende Weltbürgerin oder gar noch Weltrepublikanerin. 


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Weltrepublik

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