8. Mai 1945

die Hakenkreuz-Fahnen
waren futsch

Tag der Befreiung

Der 8. Mai 1945 steht als Datum der "Bedingungslosen Kapitulation" im Buch der Geschichte.  Aber Hitlers Krieg war nicht erst am 8. Mai 1945 "verloren".  Das Kriegsende war hinausgezögert durch sein Unvermögen zur Einsicht in das Versagen der NS-Politik. 

Jeder frühere Tag zur Beendigung dieses Krieges wäre besser gewesen. Deutschland konnte sich " glücklich schätzen", dass die militärische Kraft erschöpft war, bevor die Atombombe existierte, denn sie wäre ansonsten auf unsere Städte gefallen und 
Hiroshima und Nagasaki wären vielleicht verschont geblieben.

Was war der 8. Mai für die Menschen? 

Der Tag des Sieges

Für die Menschen außerhalb Deutschlands war der 8. Mai der Tag des Sieges und so wurde er auch in vielen Staaten mit riesigen Siegesfeiern begangen, obwohl der Krieg mit Japan noch monatelang grausame Fortsetzung fand.
 
Der Tag der Niederlage
Für die Nazis war es hingegen am 8. Mai vorbei mit ihrer Befehlsgewalt und den dummen Träumen von "Herrenrasse" und "Endsieg".  Deutschland war nun selbst besetzt und von   Parteiabzeichen , Uniformen und Kriegsorden trennte man sich schnell. 
 
Der Tag des Aufatmens
Der 8. Mai war für alle Deutschen, für die Verbrecher und Nichtverbrecher ein Tag des Aufatmens, denn die Kriegshandlungen wurden eingestellt und von nun an gab es keinen Bombenalarm mehr. Von nun an brauchten auch die Kinder nicht mehr im "Volkssturm" ihr junges Leben zu opfern für dieses braune Mörderland, das sich zudem noch unvergleichlich laut und verlogen "Vaterland" nannte.
  
Der Tag der Befreiung
Für all jene, die sich nicht mit diesem Verbrechersystem hatten abfinden können oder endlich begriffen, war der 8.Mai ebenso ein Tag der Befreiung und erst recht für die vielen, die in den bis dahin noch nicht befreiten Gebieten in Haftanstalten und Konzentrationslagern von Vernichtung bedroht waren.
  
Trotzdem kein Glückstag. 

Dennoch konnte der 8. Mai für die meisten Deutschen kein Glückstag sein, denn zu viel war zerstört am Vertrauen zwischen den Menschen im Land, zwischen den Völkern Europas und der Welt.  Zu viele Städte zerstört, zu viele Leben verloren und gemordet. Zu viele Verbrechen auch durch die Besatzungssoldaten und vieles unwiederbringlich, durch nichts wieder gut zu machen. Weder durch Geld noch durch Worte. >> Schuld & Verjährung
  

Demütigung ohne Alternative
Zwar war es so, dass die Siegermächte eine "Kollektivschuld der Deutschen" ausdrücklich ablehnten, aber für viele Deutsche war es demütigend, nun erklären zu müssen, mit dem Dreck der Nazis nichts zu tun zu haben - wenn es denn stimmte, was bei vielen der Fall war, aber eben bei vielen auch nicht. 
Und doch war es die unausweichliche Pflicht der Siegermächte und aller Deutschen, in diesem Deutschland klarzustellen, dass der Faschismus in der gesamten Gesellschaft vollständig zu entmachten ist, dass dazu ein paar Unterschriften vom 8. Mai nicht genügen können. 
Den Nazis fiel solch Bekenntnis oft leichter und sie verrieten hemmungslos ihren "Führer",  dass man "doch nur Befehle befolgt" habe. >>
Gehorsamkeit 
  
Gebietsverluste und Vertreibung
Zu allem steht der 8. Mai für die formale Anerkennung aller Konsequenzen aus dem verlorenen Krieg, denn nichts anderes bedeutete die "Bedingungslose Kapitulation".
Die Nazis hatten mit diesem Krieg noch schlimmer als ihre "
Helden" des Ersten Weltkriegs  erneut das Selbstbestimmungsrecht Deutschlands verspielt. Wieder waren große Teile des Staatsgebiets von fremden Truppen besetzt und die Vertreibung der Deutschen nahm Dimensionen an, die auch in Zahlen ausgedrückt kaum das Leid erahnen lassen: 

Von den etwa 16,5 Mio. Deutschen, die seit 1944 aus den Ostgebieten oder als Minderheiten aus anderen Staaten vertrieben wurden, verloren schätzungsweise 2,5 Mio. Menschen ihr Leben. 

Schon vorher im Jahr 1941, nach Hitlers Überfall,  hatte Stalin etwa 650.000 Russlanddeutsche als vermeintliche, aber auch tatsächliche Nazi-Kollaborateure nach Zentralasien und Sibirien deportiert.
 

Krieg zerstört Unterschiede
Die Völker der Welt hatten die Nase voll von "den Deutschen" und das verwischte die Grenzen zwischen Tätern und Nichttätern, die ebenso "Deutsche" waren und zu Millionen das Schicksal der Täter teilen mussten und in Massen der Revanche, der Rache auch solcher Menschen zum Opfer fielen, die vorher selbst Opfer waren.
 
In jedem Krieg verwischen sich die Unterschiede zwischen den angreifenden Verbrechern  und denen, die  sich wehren, die verteidigen. 
 
Im Krieg verwischen sich die Unterschiede zwischen den SCHLECHTEN MENSCHEN und den BESSEREN MENSCHEN sind, obwohl sie sich darin unterscheiden, dass die einen den Krieg wollen und die anderen nicht, dass die einen "erobern", also RAUBEN wollten und die anderen wollen das nicht. 
 
Im Krieg verwischen sich Grenzen, weil da welche sind, denen die Grenzen nicht heilig waren, ob sie nun "Befehlen gehorchten" oder die Befehle gaben.
 
und die "Befehle" ?

Macht es denn keinen Unterschied, ob jemand das Töten befiehlt 
oder "nur Befehle befolgt" ? 
 
Für die Opfer macht es jedenfalls KEINEN Unterschied. -  Und das ist, was vor allem zählt.
 
Wer gegen den Faschismus streitet, 
nicht aber auch gegen den Befehl zum Töten, 
der verkennt den Faschismus in seinem Wesen als organisiertem Verrat am  Selbstbestimmungsrechts des Menschen.  >>
Kriegsdienstverweigerung
  
Den  8. Mai  begreifen

Klar muss sein, dass es einen solchen 8. Mai nicht gegeben hätte, wenn da nicht die Vorgeschichte gewesen wäre:  Vor allem die NS-Diktatur mit ihrem Versuch, die Welt zu unterjochen. 

Aber zu dieser Vorgeschichte gehört auch, was die Machterlangung der Nazis ermöglichte: 

1. die Skrupellosigkeit von Großindustriellen, die länger als ein Jahrzehnt mit riesigen Spenden auf Hitlers Rigorosität setzten, um ihren eigenen Revanchismus zu befriedigen,

2. die Dummheit von Millionen, die auf einen hysterisch hetzenden Psychopaten hereinfielen und dessen Partei stärkten, 
 
3. die Dummheit von Demokraten, die "ihren Politikern" das Gerangel um Macht und  Ministerposten erlaubten, wohingegen die Weimarer Republik POLITIK gebraucht hätte, auch gemeinsam gegen die Extremisten.
 

Aber nein.  
Ich bin viel zu sehr Mensch der Menschheit und verzeihe der Welt so wenig wie einem   Deutschen, wenn irgendwo Faschismus ist und Krieg passiert, weil ich das für vermeidbar  halte, wenn die Weltmehrheit wirklich besser sei als irgendwelche Teile von ihr.
  
Die Lehre

Kein  Krieg  ist  unvermeidbar !
Außer man hält ihn dafür.
iNiDiA.de

Nach dem 8. Mai 1945 ...
 
Monate nach dem 8. Mai fielen noch zwei Atombomben auf japanische Städte und in bestialischen Kriegen und Diktaturen kamen kaum zählbar viele Millionen Menschen zu Tode. 
 
Die Grausamkeit ist nicht Vergangenheit. Sondern Gegenwart und Zukunft, aber wir können gemeinsam mit allen Menschen nach einer Ordnung suchen, in der ein Recht regiert, wonach in allen Staaten Menschenrechte gelten und die Friedenspflicht bei Strafe durch die Weltgemeinschaft einzuhalten ist. 
   
Danach nicht zu suchen, ist die größte DUMMHEIT und Verbrechen derer, denen bewusst ist, dass es ohne Recht keinen Frieden und kein wirkliches Recht überhaupt geben kann,  solange sich die Welt nicht als Weltstaat regiert,  sondern Spielball bleibt von Staaten, die die Welt regieren.

Wer wie seit vielen tausend Jahren weiterhin Achsen und Allianzen schmiedet, dazu die immer neuen Waffen anstatt sie allgemein und damit auch sich selbst zu verbieten, der hat vom Frieden nichts begriffen, sondern bereitet die kommenden Kriege vor. Auch wenn er sie jetzt nicht will.

Und kaum klüger ist, wer nur auf Demonstrationen und Appelle setzt, aber das Recht und den Staat als Instrumente unterschätzen. Im Guten wie im Schlechten,  was sich in Windeseile wendet, wenn es sich nicht mit Gesetz gegen die Wenden rüstet. 

Aus der Geschichte zu lernen, würde heißen, dass man den Frieden erlernt und anders macht, indem man ihn als Weltstaat so organisiert, dass sich ihm die Staaten fügen.
 

Der 8. Mai "ist lange vorbei".

Aber wer Verbrechen vergessen will,
riskiert die Wiederholung. 

Die Alliierten jagten die Nazis aus der Macht und schufen die UNO, aber bis heute haben auch sie verhindert, dass die UNO wurde, was sie nach ihrer eigenen Charta hätte werden sollen:  stärker als jedes Land.   >> UNO-Reformen

"Dumm gelaufen"  Neonazis zelebrieren ihre verlogene Trauer

Nazis polemisieren gegen die Erinnerung,
ABER GÄBE ES GERECHTIGKEIT,
 
so müssten Nazis das TAUSENDFACHE zahlen und für jeden dummen Spruch noch mal tausend Euro, damit sich die Frechheit für die Wahrheit lohnt.
msr200908

sven  www.initiative-dialog.de   >>  Brothers Keepers
Große Rede >> Richard v. Weizsäcker 8.5.1985 

Nazis Schuld & Verjährung, peinliche Fragen  und  DISKUSSION

im gehackten Forum   8. Mai Formate    Erinnerungskultur im Widerstreit
Gedenktage