Kriegsrecht

Der Begriff Kriegsrecht steht für die Beseitigung, mindestens aber Einschränkung des zivilen Rechts. 

1. Kriegsrecht bedeutet das Recht von Regierenden in Vertretung ihres Staates anderen Völkerrechtssubjekten den "Krieg zu erklären". Meist beginnen sie den Krieg ohne "Kriegserklärung", um durch Überraschungseffekte Vorteile zu erzielen und "erklären den Krieg" hinterher.

Das Kriegsrecht galt bis zur Gründung des Völkerbundes als Ausdruck der Souveränität eines Staates. Mit dem allerdings nicht für alle verbindlichen Versailler Vertrag wurde das Kriegsrecht auf die Fälle der Verteidigung reduziert und die UNO-Charta gestattet nur noch die Selbstverteidigung in Notwehr, während ansonsten einzig und allein die UNO das Kriegsrecht für sich in Anspruch nimmt. 

Gleichwohl kommt es immer wieder zu Kriegen, weil die Verträge nichts an den Befehlsgewalten rütteln, die noch immer den Nationalstaaten belassen sind und fortgesetzt von ihnen missbraucht werden. 

2. Kriegsrecht ist neben der Begriffsanwendung auf zwischenstaatliche Konflikte auch ein innenpolitischer Begriff und Synonym für "Ausnahmezustand", den Regierende ausrufen, um sich die Macht mit Gewaltmitteln zu erhalten. In Betracht kommt auch hierbei, dass die Kriegsrechtsausrufung rechtmäßig ist, wenn eine demokratisch legitimierte Ordnung durch undemokratische Gegner angegriffen wird.

Sven200507

>> gerechte Kriege ?

>> Verteidigungskrieg ?

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