Frieden schaffen ohne Waffen ?
Der Verstand muss schärfer sein als alle Munition.

"Frieden schaffen ohne Waffen" ist oft möglich, oft also richtig, aber es kommt weit mehr darauf an, wer welchen Streit entscheiden kann, womit die Entscheidung durchgesetzt werden darf, sonst wäre das Recht nur Appell, wie es den Stärkeren nicht beeindrucken muss.

+++ Was Pazifismus eigentlich ist +++

Lieber Konstantin Wecker,
 
so wunderschön der Kästnertext - und ich liebe ihn schon immer, aber er schafft keinen Wandel zur menschheitsalten Kriegswehklage, denn Pazifismus geht anders:

1. Dass Streitigkeiten mit Paragraphen entschieden werden müssen, nicht mit Waffen, weil sonst nur der Stärkere, Rücksichtslosere oder Hinterhältigere gewinnt.

2. Dass wenn sich zwei Staaten unzivilisiert streiten, dann nicht die Streitparteien, sondern die Vereinten Nationen zu entscheiden haben, wie es zwischen zerstrittenen Personen in jedem halbwegs vernünftigen Rechtsstaat Selbstverständlichkeit ist. (Und jedes schlechte Urteil ist besser als Krieg.)

3. Dass einzig die Vereinten Nationen über Kriegswaffen verfügen und endlich nicht mehr die Staaten, 
- weil sie sonst weiterhin wettrüsten und einander "abschrecken" werden,
- weil auch deren Frieden sicherer ist, wenn er nicht mehr auf Selbstverteidigungsrechten beruht, sondern auf dem Gewaltmonopol der Vereinten Nationen. 

In dem Maße, wie die Staaten entrüstet und die Vereinten Nationen gerüstet werden, vollzieht sich die Eindämmung der nationalen Selbstjustiz, verringert sich auch die Rüstung insgesamt und käme mit schwächeren Waffen aus. 

Okay, Immanuel Kant schrieb es vor 219 Jahren - und trotz schlimmster Kriege sind wir von solch Welt noch immer sehr weit entfernt, aber wir werden sie niemals erreichen, wenn wir sie nicht anstreben, indem wir dieses Ziel jeder Politik zur Messlatte machen, wenn wir nicht über das ewige "Seid-nett-zueinander" hinaus ernsthafter werden.

LG aus Berlin!
Markus Rabanus   20140816    Pazifismus-Forum

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